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IKEA: Online-Shoppen wie in den 90ern

Wohnst du schon, oder wartest du noch?

Foto: liquene unter CC BY 2.0

Das schwedische Möbelhaus ist ja immer ganz weit vorne mit dabei, wenn es um die Integration neuer Technologien geht. Egal ob Augmented Reality Katalog, eigenes Social Network oder den Aufbau von ganzen Stadtteilen, in vielen Bereichen ist IKEA zukunftsweisend im Marketing (ob man dies nun mag oder nicht, sei dahingestellt). Das Kerngeschäft des Möbelriesen ist und bleibt aber natürlich das “Einkaufserlebnis”.

Zwar liegen die Möbelhäuser des Giganten nicht immer am Arsch der Welt, sind aber auch nicht gerade gut zu erreichen. Und da IKEA ja immer auf der Höhe der Zeit ist, kann man Billy & Co  natürlich auch online bestellen. Super, dachte ich mir, dann mal los auf IKEA.de, alles in den Warenkorb und zack, zack habe ich alles, was ich brauche.

Beim online “Einkaufserlebnis” fühlte ich mich aber so gar nicht “zuhause”. Dass  sich beim klick auf “Online erhältlich” das Angebot auf gefühlt ein Viertel ausdünnte, war in meinem Fall nicht so schlimm, da die von mir begehrten Produkte glücklicherweise bestellbar waren. Richtig gruselig wurde es erst beim Bestellvorgang bzw. beim Bezahlen: PayPal? Nope! Kreditkarte? Scheint es in Schweden nicht zu geben! Rechnung, Überweisung, Lastschriftverfahren? Ja, wo kommen wir denn dahin?! Beim IKEA Online Shopping zahlt man natürlich persönlich – beim Postboten – wie sich das bei Duz-Freunden gehört!

Na gut, dachte ich – egal, mache ich trotzdem!  Doch dann ging es weiter: Das “Voraussichtliche Lieferdatum” sollte in fünf Tagen sein. Super, dachte ich, das passt, da ist jemand bei uns zuhause! Im Kleingedruckten dann: “Die Lieferzeit für eine Paketlieferung kann bis zu 5 Werktage von dem angegebenen voraussichtlichen Lieferdatum abweichen.” *Grrr* – egal, mache ich trotzdem – die Post ist immer noch NÄHA als IKEA.

Und jetzt? Jetzt ist die Ware immer noch nicht da – 8 Tage nach dem voraussichtlichen Liefertermin. Egal – schaue ich doch mal auf den Bestellstatus bei IKEA. Wie, was, denn gibt’s gar nicht? Während jeder Mini-Popel-Versandhandel Track&Trace anbietet, ist dies den Schweden wahrscheinlich zu unpersönlich.

Liebes IKEA, ich verstehe ja, dass es euch lieber wäre, wenn ich euch einen persönlichen Besuch abstatte. Denn dieser endet ja meist damit, dass ich mir neben den Möbeln, für den ich den Weg in die Pampa auf mich genommen habe, für nochmal das gleiche Geld den Einkaufswagen mit Vasen, Tassen, Teelichtern und Pflanzen vollpacke. Aber wenn ihr schon ihr schon einen Online-Shop anbietet, dann richtig – und nicht so ein halbgares Dingsbums ohne Transparenz und “Einkaufserlebnis”. Ganz oder gar nicht!

Ich freue mich übrigens schon darauf, mir ein Auto leihen zu müssen, um den IKEA Kram bei der Post abzuholen (geht natürlich nur am Samstag, da die Öffnungszeiten bei denen ja  ja so Arbeitnehmerfreundlich sind).

Ich wohne übrigens trotzdem – auch wenn ich warte!

 

 

2 Kommentare zu “IKEA: Online-Shoppen wie in den 90ern

  1. Zacharias

    Hm das ist schon extrem rückstandig.
    IKEA legt keinen Wert auf Online Shopping, da fällt ja die Quengel-Ware weg.
    Und das ganze Food-Sortiment auch…

  2. Tom

    Kann ich voll bestätigen. Kann man als Businesskunde voll streichen, außer man beschäftigt teure Mitarbeiter mit endlos bei denen sich nen Wolf laufen und rumstehen.Habe gerade einen Warenkorb ca. 1000€ zusammengestellt (was auch so gruselig ist, daß man es kaum fassen möchte: keine Suche, keine Variantenauswahl direkt beim Produkt) und kann den nun nicht nutzen, da Nachnahme bei unpräzisem Termin und sowieso eine NOGO Option ist. Ganz nach dem Motto: Achtung Kunde, ich versiuche jetzt vergleichbares bei Amazon, evtl. teurer aber stressfreier

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