Heiligabend, ca. 15:00 Uhr. Die Familie sitzt “gemütlich” im Wohnzimmer und da erschallt es aus dem Fernseher:“Dein Penis ist zu groß, der passt hier nicht rein”
WTF? Ob das die Programmverantwortlichen wußten?” Ist doch nur eine romantische Komödie mit der süßen Cameron Diaz; die können wir auch Nachmittags zeigen…” Hach herrlich für so einen gemütlichen Familientag (höhö):
Nachdem sich jeder mit jedem vernetzt hat und das unter Angabe so vieler persönlicher Details wie möglich, scheint sich gerade eine Wende zurück zur Internetanonymität anzubahnen. Oder wie ist es zu erklären, dass Dienste wie formspring.me und – gerade neu entdeckt – omegle.com so einen großen Hype erfahren?
Während beim fleißigen Fragenstellen im Springförmchen jedenfalls noch eine Seite bekannt ist, treffen bei omegle.com zwei Fremde in einem rudimentären Text-Chat aufeinander. Das hat das Potential erfolgreich zu werden, denn es erfüllt die Grundbedingung simpel, simpel und nochmals simpel zu sein!
Ich fand es in meinem bisherigen Feldversuch jedenfalls wirklich witzig. Der kleine Plausch mit einem Stranger hat mich auf die Comic-Serie “Freakzoid” aufmerksam gemacht – die ich mir doch gleich mal rein ziehen muss…
Ich habe es seit langem mal wieder geschafft ins Kino zu gehen – und das gleich zwei Mal: Einen überraschend guten Film und die Enttäuschung des Jahres: AVATAR (in 3D) und Paranormal Activity. Der eine begeistert durch unbeschreibliche Bilder, der andere erzeugt nur gähnende Langeweile.
Während AVATAR es schafft über fast drei Stunden sein Popcorn Kino Niveau zu halten und trotz dünner Story auch nach der obligatorischen Pause (bei Filmen in 3D und mit Überlänge) sofort wieder in seinen Bann zieht; glänzt Paranormal Activity lediglich mit seiner kurzen Spielzeit (87 Minuten) und man ist froh, dass der Schwachsinn nicht noch länger geht.
Die Idee ist geklaut (Blair Witch Project), die Charaktere nerven (“Ich schaff das allein Schatz”), die pseudo-realitischen Effekte locken (“Hui, die Bettdecke bewegt sich”) keinen Grusel-Fan hinter dem Ofen vor und das Ende ist so schlecht, wie vorhersehbar. Gott sein Dank war Kinotag und die 6,50 € schmerzen nicht so stark.
Freue mich schon auf Wo die wilden Kerle wohnen – der lief leider nur am Nachmittag, wäre aber die bessere Wahl gewesen. Spike Jonze rulez!